Marienvesper

Sonntag, 5. Februar 2017, 17.00 Uhr
Marienvesper - Sie ist mir lieb, die werte Magd
Werke von Hasse, Schütz, Praetorius, Sweelinck, Gesius, Hassler, Schildt und Crüger

Schon in der Frühzeit der Kirche haben sich eigene Gottesdienstformen zu den Tageszeiten entwickelt, wie z.B. die Vesper, das Abendgebet. Neben Psalmen, Lesung Hymnus steht hier traditionell das Magnificat, der Lobgesang der Maria, im Mittelpunkt des Gottesdienstes. 
Die Lutherische Kirche übernahm diese Gottesdienstformen nahezu unverändert und machte die Vesper zum Ort musikalischer Hochkultur.

Vokalsolisten
Singekreis Stiepel
Barockorchester caterva musica
Angelika Neuleben, Orgel

Michael Goede, Leitung

 

Sie ist mir lieb, die werte Magd
Textdichter: Martin Luther (1534), erstmals gedruckt im "Klugschen Gesangbuch", 1535

Martin Luthers „Lied von der Heiligen Christlichen Kirchen, aus dem 12. Kapitel Apokalypsis“ wurde erstmals im Klugschen Gesangbuch von 1535 abgedruckt und ist ein spätes sowie einem ungewöhnlich kunstvollen Versschema folgendes Kirchenlied.

Es thematisiert die prophetische Vision der „Apokalyptischen Frau“ aus der Offenbarung des Johannes. Mit dieser Frau ist in dem insgesamt rätselhaften und geheimnisvollen Text die Jesusmutter Maria gemeint. Es ist jedoch keine eindimensionale Marienverehrung. Vielmehr steht Maria hier als Symbol für die gesamte Kirche. „Die Frau“ repräsentiert in vielen Stellen der Bibel die Gemeinde Gottes, im Alten Testament das Volk Israel, im Neuen Testament das geistliche Israel und dann die christliche Gemeinde: die Zwölfzahl der Sterne symbolisiert in diesem Sinne die zwölf Stämme Israels und die zwölf Apostel. Sie Sternenkrone ist das Zeichen der Fülle und der königlichen Würde. 
Martin Luthers Lied greift die intensiven Bilder der Sonne, des Mondes und des Drachen (Metapher für den Satan) auf und beschreibt damit seine Vision einer künftigen Kirche. Das Lied ist nur selten rezipiert, obwohl es formal, sprachlich und in seinem geheimnisvollen Gehalt zu seinen besten Dichtungen zu zählen ist.

© Evangelische Kirchengemeinde Stiepel 2007